
Veranstaltungen
Jedes Jahr im April wird Mailand zum wichtigsten Gespräch über Raum, Form und Material. Dieses Jahr waren wir dabei — und brachten mehr Fragen als Antworten mit zurück.
Es gibt eine besondere Art der Erschöpfung, die nur der Salone del Mobile erzeugt. Nicht die Erschöpfung durch Langeweile, sondern durch Überstimulation — zu viele Räume, zu viele Ideen, zu viele Möglichkeiten auf einmal.
Wir kamen an einem Dienstag in Mailand an. Am Mittwochnachmittag hatten wir bereits drei Notizbücher gefüllt.
Das offizielle Programm ist in vielerlei Hinsicht eine Ablenkung. Die wirklichen Gespräche finden in den Korridoren des Palazzo Isimbardi statt, beim Abendessen in Navigli, auf dem Rücksitz eines Taxis zwischen Tortona und der Fiera. Der Salone ist eine stadtweite Veranstaltung, die sich als Handelsmesse tarnt.
In diesem Jahr war das dominierende Thema Zurückhaltung. Nach Jahren des Maximalismus waren die überzeugendsten Stände die ruhigsten. Roher Putz. Unlackiertes Holz. Beton, der aussah, als wäre er gestern gegossen worden.
Erstens: die Zuversicht, Materialien altern zu lassen. Mailand erinnerte uns daran, dass Zeit kein Feind eines guten Innenraums ist — sie ist eine seiner wichtigsten Mitgestalterinnen.
Zweitens: das Gespräch zwischen innen und außen. Mehrere Installationen beim Fuorisalone lösten die Schwelle zwischen einem Raum und einem Garten auf eine Weise auf, die sich wirklich neu anfühlte.
Drittens: Geduld. Die Studios, deren Arbeit uns zum Stehen brachte, hatten sich für eine Sache entschieden — ein Fugenbild, eine Proportion, eine bestimmte Qualität des reflektierten Lichts — und sich ihr vollständig verschrieben.
Wir werden 2027 zurück sein. Und wir denken bereits darüber nach, was wir mitbringen werden.