
Studio
Vor zwanzig Jahren öffnete ein Studio in Charlottenburg mit einer einzigen Überzeugung: dass Innenräume die Menschen prägen, die sie bewohnen. Hier ist, was wir lernten.
Wir hatten nicht vor, ein Studio aufzubauen, das zwanzig Jahre überdauern würde. Wir wollten einen guten Raum schaffen. Dann noch einen. Dann noch einen weiteren.
Zwanzig Jahre später schaffen wir noch immer Räume. Aber die Frage, was einen Raum gut macht, ist erheblich interessanter geworden.
Das Studio öffnete 2006 in Charlottenburg. Die Stadt war damals anders — billiger, lauter, weniger sicher in Bezug auf sich selbst, in fast jeder Hinsicht interessanter. Wir arbeiteten von einem einzigen gemieteten Raum in der Kantstraße aus. Unsere ersten Aufträge waren klein: eine Küche in Prenzlauer Berg, ein Büroausbau in Mitte, ein Wohnzimmer für ein Paar, das gerade aus München zugezogen war.
Der letzte Auftrag — die Wohnung soll sich wie Berlin anfühlen — wurde zu einer Art Leitfrage für uns. Wie fühlt sich eine Stadt an? Wie bringt man das in einen Raum, ohne dass es zur Klischeehaftigkeit wird? Wir arbeiten noch immer an der Antwort.
Der Umfang der Arbeit veränderte sich. Die Komplexität veränderte sich. Das Team wuchs von zwei auf zwölf Personen. Wir zogen dreimal um.
Was sich nicht veränderte, war die Überzeugung, dass die materiellen Dinge in einem Raum — das Gewicht eines Türgriffs, die Art, wie das Licht um vier Uhr nachmittags an einer Wand fällt, das Geräusch, das ein Boden unter einem bestimmten Schuh macht — diese Dinge wichtig sind. Sie häufen sich an. Sie werden mit der Zeit zur Textur eines Lebens.
Wir glauben, dass Zurückhaltung schwieriger ist als Übermaß und lohnender. Wir glauben, dass ein guter Innenraum unsichtbar sein sollte — nicht im Sinne von Unbemerktheit, sondern im Sinne des Verschwindens in das Leben, das er trägt.
Wir glauben, dass Berlin noch immer eine der interessantesten Städte der Welt ist, in der man arbeiten kann. Nicht weil es einfach ist, sondern weil es das nicht ist.
Zwanzig Jahre. Wir fangen gerade erst an.