Prozess
Eine Altbauwohnung zu sanieren heißt nicht, sie zu modernisieren: Sondern zu entscheiden, was von ihrem Charakter bleiben soll und was nicht.
Eine Altbauwohnung zu sanieren heißt nicht, sie zu modernisieren — sondern zu entscheiden, was von ihrem Charakter bleiben soll und was nicht.
Wer in Berlin eine Altbauwohnung sanieren will, ob Gründerzeit, 1920er-Jahre-Bau oder ein in die Jahre gekommenes 80er-Jahre-Gebäude, hat es mit etwas zu tun, das ein Neubau nicht hat: gewachsene Substanz, oft mit Auflagen, mit Überraschungen hinter der Wand und mit einem Charme, der sich nicht nachbauen lässt, wenn er einmal entfernt ist. Genau das macht eine Altbausanierung anspruchsvoller als eine reine Einrichtungsplanung: Es geht nicht nur darum, was neu hinzukommt, sondern auch darum, was bewusst erhalten bleibt.
[Bildplatzhalter: Offene Wohnküche nach der Renovierung — Foto von Jordana Schramm folgt]
Diese Wohnung im Westfälischen Viertel war bei Projektstart stark renovierungsbedürftig. Wir haben den Grundriss geöffnet, um ein großzügigeres Raumgefühl zu schaffen, und das Bad komplett saniert. Eine maßgefertigte Einbauküche vom Tischler verleiht der Wohnung eine individuelle Note und maximale Funktionalität, während ein helles, freundliches Farbkonzept in Kombination mit neu verlegtem Parkett eine warme, einladende Atmosphäre schafft. 67 Quadratmeter, sechs Monate Projektdauer: Ein Beispiel dafür, wie sich eine in die Jahre gekommene Wohnung ohne Neubau-Charakter modernisieren lässt. Lesen Sie den vollständigen Erfahrungsbericht dazu.
[Bildplatzhalter: Loft mit transparenter Trennwand — Foto von Adrian Schulz folgt]
Ein anderer Fall von „Altbau”, aber mit eigener Logik: der Umbau eines Fabriklofts in der denkmalgeschützten, 1905 erbauten Wollgarnspinnerei in Berlin-Friedrichshain. Statt die Industriearchitektur zu kaschieren, haben wir sie zum Ausgangspunkt gemacht — unter anderem mit einer Trennwand, die durch eine Cole&Son-Silberfolientapete einen transparenten, changierenden Look erhält, sowie mit Beratung bei Auswahl und Kauf der Kunstobjekte für den Raum. 125 Quadratmeter, zweieinhalb Monate Planungs- und Bauzeit: Bei einem denkmalgeschützten Gebäude eine vergleichsweise kurze Zeit, die nur mit sauberer Abstimmung mit den Denkmalschutz-Auflagen möglich war. Lesen Sie den vollständigen Erfahrungsbericht dazu.
Der Unterschied zwischen einer Altbausanierung, die gelingt, und einer, die den Charme der Wohnung zerstört, liegt selten in einer einzelnen Entscheidung; sondern in der Haltung, mit der beide Ebenen, das Historische und das Neue, zueinander gebracht werden. Genau dieses Prinzip haben wir auch bei einer Gründerzeit-Maisonette mit ausgebautem Dachgeschoss angewendet, lesen Sie den Erfahrungsbericht dazu, wenn Sie sehen möchten, wie sich zwei Ebenen aus zwei Jahrhunderten zu einem stimmigen Zuhause verbinden lassen.
Das hängt stark vom Zustand der Bausubstanz und dem Umfang der gewünschten Eingriffe ab. Altbauten bieten dafür oft Deckenhöhen, Lage und Charakter, die sich im Neubau kaum nachbilden lassen. Eine pauschale Antwort gibt es aber nicht, wohl aber eine fundierte nach einer Besichtigung.
Bestimmte bauliche Eingriffe - etwa an Fassade, Fenstern oder historischen Innenelementen - unterliegen Auflagen der Denkmalschutzbehörde. Wir planen diese Abstimmung von Anfang an mit ein, damit sie den Bauzeitplan nicht verzögert.
Häufig ja, aber nicht uneingeschränkt - tragende Wände, Leitungsführung und bei Denkmalschutz auch der ursprüngliche Charakter der Räume setzen Grenzen. Eine statische und denkmalrechtliche Prüfung gehört deshalb an den Anfang jeder Planung.